Numb erklärt: Notenlesen und Begleitung mit dem legendären Linkin-Park-Intro

Die Begriffe kleine Oktave, eingestrichene Oktave und zweigestrichene Oktave stammen aus der deutschen Notations- und Klavierspraxis (besonders im 19. Jahrhundert). Sie beschreiben keine „Oktaven“ im engeren Sinn, sondern die Tonlagen/Registernamen der Töne auf dem Klavier und in der Musiktheorie.

Herkunft der Namen:

  • Man wollte schon im Mittelalter/Renaissance eine eindeutige Benennung für Tonhöhen schaffen, da die Buchstaben A–H ja ständig wiederkehren.

  • Deshalb hat man Hilfszeichen eingeführt:

    • Große Buchstaben: „große Oktave“ → A–H (Kontra- und Subkontra lagen darunter).

    • Kleine Buchstaben: „kleine Oktave“ → a–h.

    • Mit Strichen: je mehr Striche, desto höher:

      • a′–h′ → eingestrichene Oktave

      • a″–h″ → zweigestrichene Oktave

      • a‴–h‴ → dreigestrichene Oktave

      • usw.

Nach rund 6 Monaten „Klavierunterricht in Pantoffeln“ ist es an der Zeit, die sieben Noten der zweigestrichenen Oktave lesen und sicher am Klavier finden zu können.

Wie finde ich das zweigestrichene C (c²) am Klavier?

  • Schritt 1: Finde das mittlere C (c¹).
    Das mittlere C liegt ziemlich genau in der Mitte des Klaviers und ist oft dein Orientierungspunkt.

  • Schritt 2: Gehe eine Oktave nach rechts.
    Das nächste C rechts neben dem mittleren C ist das zweigestrichene C (c²).

  • Schritt 3: Dort beginnt die zweigestrichene Oktave.
    Diese Oktave reicht vom c² bis zum h².

👉 Auf der Klaviatur bedeutet das:

  • = mittleres C

  • = das nächste C rechts davon (eine Oktave höher)

Damit ist klar: Die zweigestrichene Oktave liegt oberhalb des mittleren Bereichs und ist wichtig für viele Melodien – z. B. das Intro von Numb.

👉 Tipp für dich:


Falls du beim Lesen der kleinen Oktave und der eingestrichenen Oktave noch Schwierigkeiten hast, nimm dir unbedingt die Zeit, diese Bereiche gut zu üben.
Das macht dir das musikalische Leben viel leichter – versprochen! 🎹✨

Eine einfache Methode:

  • Schreibe dir die einzelnen Noten auf kleine Karten.

  • Übe sie wie Vokabeln – so erkennst du die Noten nach kurzer Zeit blitzschnell.

Praktisches Beispiel: Das Intro von Numb 

(in der Tonart A-Dur:  jedes C, F und G wird Cis, Fis, und Gis)

Jetzt setzen wir das Gelernte direkt in Musik um.
Im Intro von Numb (Linkin Park) bewegen wir uns genau in dem Bereich der zweigestrichenen Oktave, den wir gerade kennengelernt haben.

👉 Deine Aufgabe:

  • Versuche, das Intro nach Noten zu spielen – nicht nach Gehör.

  • Achte dabei bewusst darauf, die Noten im Notensystem zu lesen und auf der Klaviatur zu finden.

  • Wenn es am Anfang langsam geht, ist das völlig normal – wichtig ist, dass du die Verbindung zwischen Notenbildund Taste trainierst.

So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe:

  • Du lernst, dich in der zweigestrichenen Oktave sicher zu orientieren.

  • Und du kannst ein weltbekanntes Intro am Klavier spielen. 🎶

Tipps zum Üben des Numb-Intros

  • Achte auf die Bindebögen:
    Wenn Noten mit einem Bogen verbunden sind, wiederhole sie nicht. Stattdessen hältst du die Taste einfach länger gedrückt.

  • Rechte Hand zuerst:
    Spiele das Intro zunächst nur mit der rechten Hand. So kannst du dich in Ruhe auf das Lesen der Noten und den Klang konzentrieren.

  • Dann die linke Hand:
    Sobald die rechte Hand sicher läuft, nimm die linke Hand dazu. Schritt für Schritt wächst alles zusammen.

Entwicklung der linken Hand (Begleitung)

1. Schritt:

Beim ersten Mal spielen wir in der linken Hand nur den Grundton des Akkords und die Quinte dazu.
So bleibt die Begleitung übersichtlich, klingt aber schon richtig nach Song.

👉 Die Akkordfolge lautet: F#m – D – A – E

  • F#m: Grundton Fis, Quinte Cis

  • D: Grundton D, Quinte A

  • A: Grundton A, Quinte E

  • E: Grundton E, Quinte H

➡️ Tipp: Die Quinte findest du immer, wenn du vom Grundton fünf Töne nach oben zählst (einschließlich des Grundtons).

2. Schritt:

Jetzt erweitern wir die Begleitung ein bisschen, damit sie voller und interessanter klingt.

  • 1. und 3. Takt:
    Spiele Grundton → Quinte → Oktave nacheinander (also als Arpeggio).
    Beispiel:

    • F#m: Fis → Cis → Fis (eine Oktave höher)

    • A: A → E → A (eine Oktave höher)

  • 2. und 4. Takt:
    Lasse es erstmal einfach wie beim ersten Mal: Grundton und Quinte gleichzeitig spielen.
    Beispiel:

    • D: D + A

    • E: E + H

So entsteht eine abwechslungsreiche Begleitung, ohne dass es zu kompliziert wird. 🎹

3. Schritt: Fortgeschrittene Begleitung

Wenn du ab jetzt merkst, dass es schwieriger wird, ist das völlig normal! 🎹
Du musst nicht alles auf einmal spielen können – komm einfach in ein paar Wochen oder Monaten wieder auf diese Lektion zurück und versuche es dann erneut.

Neue Begleitung für die linke Hand:

  • 1. und 3. Takt:

    • Spiele Grundton → Quinte → Terz (hoch) → Oktave

    • So wie wir es in der letzten Lektion mit dem Spread Chord gelernt haben.

  • Beispiel: F#m: Fis – Cis – hohes A – Fis(Oktave)
    A: A – E – hohes Cis – A(Oktave)
  • 2. Takt: Spiele Grundton → Quinte → Oktave

  • 4. Takt:

    • Spiele Grundton → Quinte → Oktave → Terz (Spread Chord)

    • Zwischen der Oktave und der Terz spielst du die None als Übergangston. Praktisch: E-H(Quinte)-E(Oktave)-Fis(None)-Gis(Terz)

➡️ Tipp:
Nimm dir für diesen Schritt besonders viel Zeit beim Üben. So wirst du nach und nach sicherer im Lesen und Spielen von komplexeren Akkorden

Bonus: Schritt 4 – Herausforderung

🎹 Nur für fortgeschrittene Spieler:

Wenn du dich bereit fühlst, kannst du diese Zeile als echte Herausforderung spielen.

  • Hier kombinierst du alles, was wir bisher gelernt haben: Spread Chords, Übergangstöne (None), Arpeggios und die Begleitung der linken Hand.

  • Versuche, Rechte und Linke Hand zusammen zu koordinieren – das bringt dein Spiel auf das nächste Level!

💡 Tipp:
Wenn es noch zu schwer ist, kein Stress – übe erst die einzelnen Hände separat und komm später zurück zu dieser Herausforderung.